Druckkostenzuschussverlage

Meine Schreibpause endet heute Abend und morgen früh wird ein neues Kapitel von Evi begonnen. Nummer 20 wartet eh schon viel zu lange uns setzt Staub an. Jetzt, wo ich nicht mehr so viele Außentermine habe, klappt das bestimmt auch wieder. Ich blicke positiv auf die Arbeit.

Nun noch etwas zu einer anderen Sache, die auch die Überschrift dieses Artikels ist.

Druckkostenzuschussverlage oder kurz: DKZV

Da sich langsam herumspricht, dass ich Autorin bin, erreichen mich auch immer wieder Anfragen von Jungautoren oder denen, die es werden wollen oder für Freunde und Familienmitglieder fragen, ob es mich auch Geld gekostet hat, wenn ich einen Text oder ein Buch veröffentliche. Die kommen mir da teilweise mit Zahlen, da stehen mir die Haare allesamt zu Berge (und da ich lange Haare habe, sieht das merkwürdig aus^^). Ich kläre hier nun mal ein paar Fakten, was einen seriösen von einem unseriösen unterscheidet.

Außerdem noch Folgendes: Wenn ein Autor ein Buch geschrieben hat, wird es nicht zwangsweise veröffentlicht. Die Vorstellung mal eben einen Bestseller zu schreiben, sollte sich jeder, der diese Vorstellung hegt, gleich streichen. Auch ist es unwahrscheinlich (nicht unmöglich), dass ihr gleich bei einem der großen Verlage landet (Carlsen, Heyne, Ravensburger, Bastei Lübbe, rororo, um hier mal ein paar wenige zu nennen). Schreiben ist ein Handwerk. Das muss man erlernen. Wenn ihr als Autor nicht mit einem ausgesprochen starken Talent gesegnet seid und eine Menge Glück dazu noch habt, ist es eben unwahrscheinlich. Viele Autoren müssen eine Menge Absagen schlucken, bevor die Zusage kommt. Und manchmal kommt sie nie.

So, ist das Buch nun aber geschrieben, geht es ja an die Verlagssuche. Ich empfehle hier gleich mal eine Seite, die die unseriösen Verlage beim Namen nennt. Diese Liste ist recht gut und aktuell.

Was ist ein DKZV?

Solch ein Verlag erkennt ihr meist daran, dass er damit wirbt, Autoren zu suchen. Ein „richtiger“ Verlag macht das in der Regel nicht. Dann kommt auch bald der große Haken. DKZV wollen Geld. Das geht gar nicht. NICHTS BEZAHLEN! Vertrag nicht unterschreiben! So schön es auch wäre, sein Manuskript endlich richtig gedruckt in den Händen zu halten, diese Verlage sind Mist. Lasst euch nicht drauf ein, wenn ihr a) euer „Baby“ wohlbehütet wissen wollt mit richtigem Lektorat, Werbung und Initiative des Verlags und b) nicht arm werden wollt. Zwischen 250 Euro bis hin zu 12.000 Euro ist mir schon alles über den Weg gelaufen. Das ist Humbug! Ein richtiger Verlag nimmt kein Geld vom Autor, er bezahlt ihn.

Druckkostenzuschuss bedeutet allgemein, dass der Verlag einen Zuschuss zu den Druckkosten verlangt. Manche doofen Verlagen brüsten sich damit, dass sie kein DKZV sind. Dann steht auf der Homepage oder später im Vertrag, dass sie lediglich das Lektorat (also das Abklopfen von Rechtscheibung, Grammatik, Schreibstil, Logik usw., die den Charakter eines Buches ausmachen) bezahlt haben wollen. Nicht unterschreiben, nicht bezahlen! Das gilt auch für die folgenden Angaben: Gestaltung des Covers, Satz, Werbung und Vertrag. Mir ist nämlich mal ein Vertrag eines DKZV untergekommen, der keinerlei Geld verlangt hat, doch dann eine Vertragsabschlussgebühr haben wollte – von 300 Euro. Na, herzlichen Glückwunsch.

Auch das Versprechen, dass die Kosten erst entstehen, wenn das Werk erfolgreich vermittelt wurde, ist nicht in Ordnung. Ein seriöse Verlag nimmt nichts.

Es gibt auch noch die zweischneidigen Dolche unter den DKZV’s. Diese wollen keinerlei Eigenbeteiligung, die ich oben nannte. Dafür möchten sie aber gerne 50-200 Vorbestellungen haben, bevor sie das Manuskript veröffentlichen. Jaah … das sind versteckte Einnahmen, die der Verlag da bekommt. Manche Jungautoren sind so glücklich, dass sie ihr Werk „an den Mann“ gebracht haben und wollen nun nicht so kurz vor dem Ziel scheitern, dass sie die Bücher selbst bezahlen. Ohne viel Werbung wird sich aber kein Buch verkaufen. Von 200 Büchern bleibt der Autor dann vielleicht auf 120 sitzen, nachdem die nächsten Verwandten, Freunde und Bekannten welche gekauft haben. Meinetwegen auch ein paar Dritte. Und das war’s. Diese Verlage machen meistens wenig Werbung, sodass quasi keine Einnahmen entstehen.

Liebe Jungautoren (was übrigens jeder ist, der noch „jung“ im Schreiben ist, egal wie viel Lebensjahre er auf dem Buckel hat): Unterschreibt niemals einen Vertrag, der eine Gebühr für irgendeine Form der Veröffentlichung von euch verlangt. Ein seriöser Verlag bezahlt euch, nicht ihr ihn.

Solche schwarzen Schafe gibt es auch bei den Literaturagenturen. Auch hier gilt das Gleiche wie für die DKZV!

Übrigens finde ich, dass Druckkostenzuschussverlag inzwischen nicht mehr passt, weil sich manche damit brüsten, kein Geld für die entstehenden Druckkosten zu nehmen. Kostenzuschussverlag trifft es genauer. Niemals bezahlen, Leute, ich kann’s gar nicht oft genug sagen.

Wenn ihr euer Buch „nur zum Spaß“ veröffentlichen wollt, nehmt günstige Angebote von self-publishing Verlagen an wie Books on Demand und all deren Komponenten. Die machen keinen Hehl daraus, dass sie Geld nehmen, aber da halten sich die Preise wenigstens auch unter 100 Euro.

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